Die inneren Dialoge und das ganze Geplappere in mir geht in einer Geschwindigkeit vonstatten, dass ich meinen könnte, es gibt in meinem Kopf eine Gedankenautobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Bei so viel Verkehr gibt es natürlich auch Crashs: Rasende Gedanken, die sich überschlagen oder aufeinander auffahren. Sie reihen sich wahllos aneinander, obwohl sie gar nicht zusammen gehören. Manche sind richtige Rally- oder Stunt-Cars. Sie springen über Hindernisse oder wechseln so schnell die Fahrbahn, dass mir manchmal ganz schwindlig wird.
Bestenfalls, so denke ich, haben meine Gedanken ein Ziel, welches sie ansteuern. Doch ich weiß genau, das ist nicht immer so! Es gibt welche, die fahren nur im Kreis - immer wieder und wieder. Ziellos und stupide, frustrierend und demotivierend. Leider bin ich oft nicht in der Lage die Autobahnpolizei mit einem Stoppschild hinzuschicken und ärgere mich dann um den unnötigen Sprit und die verschwendete Energie. Lebensenergie die ich woanders viel dringender und notwendiger brauchen könnte.
Erst wenn ich anfange meine Gedanken zu beobachten, nehme ich Geschwindigkeit raus. Wenn ich aus dem Gedankenkarussell aussteige, und ich mir dieser „gewahr“ werde, habe ich die Möglichkeit, eine Lücke zwischen den Gedankengängen zu erhaschen und diesen immerwährenden Fluss an Gedanken zu unterbrechen.
Doch wisst ihr, was ich liebe: Gedankenblitze, die unter der Schädeldecke bitzeln wie Ahoi Brause. Viele kleine Denkimpulse, die sich verbinden zu einem Netzwerk und dann aufleuchten. Je nachdem, was ich denke, leuchtet es woanders auf. Bling hier! Bling da! So stelle ich es mir zumindest vor, und diese Vorstellung gefällt mir. Sie veranlasst mich, am Denken Spaß zu haben. Sie inspiriert mich, selbst zu denken statt nur „Fremdgedachtes“ zu konsumieren.
Was mir noch sehr gefällt, ist die plötzliche Eingebung einer zündenden Idee. Wenn ich mit dem Wort ‚zünden‘ im Hirn spiele und mir vorstelle, wie sich eine Idee entzündet. Und es in meinem Kopf angenehm warm wird, weil die Zündenergie sich ausbreitet und Brennmaterial in Form von Gedanken sucht, welche diese Idee unterstützen. Ist das nicht irre?
Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass mir der Kopf platzt. Zu viele gedachte Gedanken, zu viele Informationen, zu viele Aufgaben. Dann ist es an der Zeit, ganze Gedankenmuster loszulassen und wieder Platz zu schaffen.
„Hey, lasst uns mal alle Fenster öffnen, damit eine frische Brise hereinwehen kann und den ganzen mentalen Ballast mitnimmt. Wie ein Windstoß, der vertrocknetes Herbstlaub davonträgt.“
©2025 Andrea Christof