Die innere Haltung – der Neurobiologe Dr. Gerald Hüther nennt sie auch „Gesinnung“ – bezeichnet in der Psychologie die Einstellung, mit der Menschen auf ihre Umwelt reagieren, seien es andere Menschen oder Erlebnisse und zudem, wie sie ihre Umwelt bewerten. Diese „innere Haltung“ drückt sich in Weltanschauungen, Gefühlen, Handlungen, Werten und Normen aus und wird geprägt von Lebenserfahrungen und Gedächtnisinhalten.
Die innere Haltung umfasst den ganzen Menschen: seinen Körper, seine Psyche, seine Emotionen. Es ist eine Disposition zum Handeln, die sich in der individuellen Lebenserfahrung entwickelt.
Wenn die innere Haltung und das äußere Handeln übereinstimmen, wirken wir auf andere lebendig und authentisch. Unser Umfeld schenkt uns Glauben und wir strahlen Vertrauen und Verbindlichkeit aus. Eine innere Haltung zu haben, stärkt die Widerstandskraft der Psyche, schenkt innere Klarheit und erfüllt das Leben.
Die innere Haltung kann sich auf der individuellen Ebene sowie auch auf der kollektiven Ebene zeigen.
Individuum:
Innere Haltung, die eine Person in ihrem Verhalten zum Ausdruck bringt.
Kollektiv:
Der Geist, der es Menschen ermöglicht, gemeinsame Erfahrungen zu machen, Ziele zu verfolgen, das Gefühl der Zugehörigkeit zu erleben.
Die innere Haltung entsteht durch Erfahrung. Wie uns die Hirnforschung mithilfe bildgebender Verfahren gezeigt hat, lernt das Gehirn immer. Die gemachten Erfahrungen sammeln sich im Frontlappen in Form von komplexen Netzwerken, welche sich verdichten und als erworbene Haltung verankert werden. Dies wiederum bedeutet, dass unsere innere Haltung nicht starr ist und sich durchaus immer wieder ändern kann.
Die wichtigsten Erfahrungen machen Menschen in Beziehungen zu anderen Menschen und verankern diese sowohl kognitiv wie auch emotional. Diese Erfahrungen bilden die Grundlage für alle späteren Bewertungen. Und diese sind bestimmend dafür, was wie wahrgenommen und interpretiert wird und worauf in welcher Weise reagiert wird.
Zusammengefasst:
„Die innere Haltung ist ein Geflecht aus Überzeugungen, Glaubenssätzen, Werten, Normen, Einstellungen, welche sich aufgrund von gemachten Erfahrungen verdichtet und so unser Wesen durchdringt.“
©2025 Andrea Christof